Heute vor 100 Jahren …
… wurde der Luftfahrt-Pionier Anatol „Doli“ Renner in Minsk geboren. Er war der Sohn von Franz und der ältere Bruder von Alexander, gemeinsam war das Artisten-Trio bekannt als die „Renner-Buben“. 1907 sollen die Brüder Flugversuche mit einem Gleitflugzeug absolviert haben. Anatol will bei Motorrad- und Automobilrennen angetreten sein, Bruder Alexander machte im Ersten Weltkrieg als Jagdflieger von sich reden. 1909 startete das Trio erstmals einen „Lenkballon“ namens „Estaric 1“. Damit hatten sie das erste starre Luftschiff der Habsburger Monarchie zum Fliegen gebracht. Das Gerät war von einem Motor der Puch-Werke angetrieben worden, die Hülle hatte ein Volumen von zirka 700 Kubikmetern. Am 16. Oktober 1909 fand im Wiener Prater eine Demonstration für Kaiser Franz Joseph I. statt. Anatol Renner starb im Jahr 1982 im Alter von 92 Jahren.
Kleine Zeitung: Auch Graz hatte sein Luftschiff

Heute vor 75 Jahren …
… starb der Radrennfahrer Albert „Teddy“ Richter im Alter von 27 Jahren im Gefängnis in Lörrach, Baden-Württemberg. Drei Tage zuvor war er an der Schweizer Grenze wegen Devisenschmuggels festgenommen worden. Die offizielle Todesursache soll „Selbstmord durch Erhängen“ gewesen sein. Geboren wurde Richter am 14. Oktober 1912 in Köln-Ehrenfeld. Der Bahnspezialist gewann 1932 den Grand Prix de Paris der Amateure, im selben Jahr krönte er sich zum Sprintweltmeister der Amateure.  Anschließend wechselte er zu den Profis und triumphierte noch zwei Mal beim Grand Prix de Paris, außerdem beim Großen Preis der Nationen 1936 und beim Großen Preis von Berlin 1939. Bei Weltmeisterschaften holte er als Berufsfahrer zweimal Silber (1934, 1935) und viermal Bronze (1933-1938). Richter war ein Gegner der Nazis und zeigte das auch offen, er blieb seinem Manager und Trainer Ernst Berliner (ein Jude) bis zu seinem Tod treu und plante auszuwandern. 1966 gab es eine Untersuchung zu den Umständen seiner Verhaftung, diese brachte aber kein Ergebnis.
Image (iopensoindipendente)

Advertisements